Die ›Klausmühle‹ ist sehr alt, ihr genaues Alter unbekannt. Sie gehörte zu dem längst nicht mehr existenten Kunzgut, oft auch Mühlgut genannt. 1762 wurde als Besitzer Johann Gottlieb Clauß genannt. Das ist die früheste, bisher bekannte Erwähnung der Klausmühle, die sich seit 1919 im Besitz der Familie Ehrt befindet.

Zwischen dem Gebäude und dem Berghang trieb ein oberschlächtiges Wasserrad den Mühlstein an. Es soll noch bis 1902 Getreide gemahlen worden sein, doch bereits 1867 erhielt der Besitzer die Schankkonzession.

Die Wassermühle wurde von Karl May (1842–1912) in den zwei Fortsetzungsromanen »Der verlorne Sohn oder Der Fürst des Elends« (1882–1884) und »Der Weg zum Glück« (1886–1888) verewigt.

Im »verlornen Sohn« (in der Bearbeitung des Karl-May-Verlags »Das Buschgespenst«) erhielt die »Klausmühle« den Namen »Rote Mühle«, die es in Mays Geburtsstadt Ernstthal noch heute gibt; die äußere und innere Gestalt entspricht jedoch der »Klausmühle«.

»Der Weg zum Glück« spielt in Oberbayern. In »Hohenwald«, der kundige Leser wird unschwer »Hohenstein-Ernstthal« erkennen, besitzt der Silberbauer Konrad Clauß (!) eine Mühle, welche offensichtlich ebenfalls der »Klausmühle« nachempfunden worden ist.

Die baulichen Gegebenheiten sind an der Hinterseite der »Klausmühle« nachvollziehbar, sogar der von May in beiden Romanen erwähnte »Geheimgang« wird heute noch als Bierkeller genutzt. Aber da dies wie gesagt geheim ist, wollen wir das auch ja Niemandem verraten …
 

Der Weg zum Glück

Damals wie heute kann in der »Klausmühle« ausgiebig gefeiert werden!
Original Farbillustration aus »Der Weg zum Glück«, Dresden 1886–1888.